Gedanken zu Diagnosen

Dieser Text bietet einen Einblick in Verena Königs Ansatz der Neurosystemischen Integration® und betrachtet Diagnosen aus der Perspektive des Nervensystems und der Selbstregulation. Er basiert auf Ausbildungsunterlagen, und spiegelt die Werte von Sensitive Rebels wider.

Für viele Fachleute, die Diagnosen stellen und mit diesen arbeiten, wäre es wichtig zu verstehen, dass sich die meisten Menschen Hilfe holen, weil sie eine mangelnde Selbstregulationsfähigkeit haben. Wenn Menschen in Schwierigkeiten geraten, weil sie sich selbst nicht gut regulieren und ‘in Sicherheit bringen’ können, erleben sie sich ihren eigenen autonomen Zuständen gegenüber ohnmächtig und hilflos ausgeliefert.

In vielen Diagnosen und Krankheitsbildern ist die fehlende Selbstregulation ein sehr prominentes Symptom, was aber leider oft von Fachleuten nicht direkt erkannt wird - weil Diagnosen da sind, welche verschiedene Symptomcluster anbieten. So bekommt der Mensch eine gewisse Diagnose und wird dann oft, etwas übertrieben gesagt, als diese Diagnose wahrgenommen.

Selbstregulation bedeutet nicht, dass wir gut unsere Gefühle unterdrücken oder verdrängen können und dadurch gut funktionieren. Sie ist nicht gleichzusetzen mit Selbstkontrolle, Stärke oder Funktionieren. Letztere Qualitäten finden in einer Rigidität statt und sind unlebendig. Selbstregulation dagegen ermöglicht es, lebendig zu fühlen, zu spüren und zu erleben, ohne überwältigt zu sein.

König, V. (2024). NI Neurosystemische Integration® – Ausbildungsunterlagen. König Weiterbildungen GmbH.

Sensitive Rebels möchte Menschen nicht als Diagnosen betrachten, sondern sie verstehen, sie in ihrer Ganzheit sehen, und ihre Fähigkeit sich selbst zu regulieren steigern. Meine Arbeit als traumasensible Begleiterin mit sozialpädagogischem Background ersetzt nicht die Unterstützung von den jeweiligen Fachleuten, wie PsychotherapeutInnen und PsychiaterInnen.

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Drei Monate sind kein Versprechen auf ‘Heilung’

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