Drei Monate sind kein Versprechen auf Heilung

Und sie sind auch kein abgeschlossener Prozess.

Aber:
Drei Monate sind ein Zeitraum, in dem sichere Beziehung entstehen darf.
In dem Muster sichtbar werden.
Drei Monate sind ein Zeitraum, in dem dein Nervensystem neue Erfahrungen machen kann - und, ganz wichtig, diese Erfahrungen auch integrieren darf.

Ich schätze Verena Königs Aussage sehr:
’Hinter dem Schmerz liegt die große Kraft der unversehrten Würde.’

Diese Würde braucht jedoch Sicherheit.
Sie braucht einen Raum, in dem sie sich zeigen kann.
Ich möchte mit dir gemeinsam behutsam diesen inneren Raum aufbauen.
Und alles, was sich als fortwährende Ressource für dich entwickeln kann,
ebenso behutsam stärken.

Ich selbst bin vielen Versprechen von schnellen Lösungen begegnet.
Quick Fixes.
Zum Beispiel im spirituellen Kontext, wenn Lehrer*innen davon sprachen, Blockaden einfach aufzulösen.

Früher fiel es mir selbst sehr schwer, längere Prozesse auszuhalten.
Ich wollte, dass sich meine Probleme möglichst schnell in Luft auflösen. Das war ein sehr kindlicher Anteil in mir - und dem begegne ich heute mit viel Mitgefühl.

Mit der Zeit habe ich gelernt, dass Entwicklung (leider) Zeit braucht und nicht gerne gedrängt wird, sondern sich in ihrer wahren Tiefe zeigen kann, wenn man ihr Raum gibt.

In der Neurosystemischen Integration® - und generell in meiner Arbeitsweise -
geht es darum, Prozesse zu unterstützen.
Es geht darum, Heilung nicht nur auf der Verstandesebene zu ermöglichen, sondern verkörperte Heilung bzw. verkörperte Entwicklung.

Ich glaube, ein Grund, warum viele Menschen sich davor sträuben,
einen längerfristigen Prozess in Form einer Therapie oder eines Coachings zu beginnen, liegt genau hier:
in der Hoffnung auf einen großen Blitzmoment.
Darauf, dass sich die Fragen des Lebens schnell lösen lassen.

So funktioniert Leben aber nicht.

Leben ist vielfältig. Ich nenne es gerne multidimensional.
Es passiert so vieles gleichzeitig, auf unterschiedlichen Ebenen.

Und ganz ehrlich:
Ich glaube, man ist erst fertig, wenn das Leben endet.
So gesehen geht es hier um lebenslanges Lernen.

Warum ich das so klar sage

Mein Ziel ist es so transparent wie möglich zu arbeiten.
Und weil ich Menschen anziehen will, die Tiefe suchen, keine shortcuts.

Vielleicht ist dein Weg langsamer, als du es dir wünschst (ziemlich sicher sogar).
Vielleicht fühlt er sich manchmal sehr mühsam an (auch ziemlich sicher).
Dir kommt vielleicht auch vor, dass du das meiste bereits mit dem Intellekt verstanden hast, aber dein Körper geht (vielleicht noch) nicht ganz mit.

Ich glaube, das bedeutet, dass dein Nervensystem seinen eigenen Rhythmus hat.

Und dass genau dieser Rhythmus darf ernst genommen werden, finde ich.

Auch mir ging es sehr lange so. Bis ich mich selbst und meinen Rhythmus, meine Wahrheit, ernst nahm.

Rückblickend war das kein Scheitern, sondern Teil eines Lernprozesses, der bis heute andauert und den ich heute mit viel Wohlwollen betrachte.

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When Helping Becomes Enmeshment

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Three Months Are Not a Promise of Healing